BRAUTNACHT THE WEDDING NIGHT
Johann Wolfgang von Goethe trans. E.A.Bowring

Im Schlafgemach, entfernt vom Feste,
Sitzt Amor, dir getreu, und bebt,
Dass nicht die List mutwilliger Gäste
Des Brautbetts Frieden untergräbt.
Es blinkt mit mystisch heilgem Schimmer
Von ihm der Flammen blasses Gold;
Ein Weihrauchswirbel füllt das Zimmer,
Damit ihr recht geniessen sollt.

Wie schlägt dein Herz beim Schlag der Stunde,
Der deiner Gäste Lärm verjagt!
Wie glühst du nach dem schönen Munde,
Der bald verstummt und nichts versagt!
Du eilst, um alles zu vollenden,
Mit ihr ins Heiligtum hinein;
Das Feuer in des Wächters Händen
Wird wie ein Nachtlicht still und klein.

Wie bebt vor deiner Küsse Menge
Ihr Busen und ihr voll Gesicht!
Zum Zittern wird nun ihre Strenge
Denn deine Kühnheit wird zur Pflicht
Schnell hilft dir Amor sie entkleiden
Und ist nicht halb so schnell als du
Dann hält er schalkhaft und bescheiden
Sich fest die beiden Augen zu.

Within the chamber, far away
From the glad feast, sits Love in dread
Lest guests disturb, in wanton play,
The silence of the bridal bed.
His torch's pale flame serves to gild
The scene with mystic sacred glow;
The room with incense-clouds is fil'd,
That ye may perfect rapture know.

How beats thy heart, when thou dost hear
The chime that warns thy guests to fly!
How glow'st thou for those lips so dear,
That soon are mute, and nought deny!
With her into the holy place
Thou hast'nest then, to perfect all;
The fire the warder's hands embrace,
Grows, like a night-light, dim and small.

How heaves her bosom, and how burns
Her face at every fervent kiss!
Her coldness now to trembling turns,
Thy daring now a duty is.
Love helps thee to undress her fast,
But thou art twice as fast as he;
And then he shuts both eyes at last,
With sly and roguish modesty.

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