GLÜCK DER ENTFERNUNG THE BLISS OF ABSENCE
Johann Wolfgang von Goethe trans. E.A.Bowring

Trink', o Jüngling! heil'ges Glücke
Taglang aus der Liebsten Blicke,
Abends gaukl' ihr Bild dich ein.
Kein Verliebter hab es besser;
Doch das Glück bleibt immer grösser,
Fern von der Geliebten sein.
 
Ew'ge Kräfte, Zeit und Ferne,
Heimlich wie die Kraft der Sterne,
Wiegen dieses Blut zur Ruh'.
Mein Gefühl wird stets erweichter;
Doch mein Herz wird täglich leichter
Und mein Glück nimmt immer zu.
 
Nirgends kann ich sie vergessen,
Und doch kann ich ruhig essen,
Heiter ist mein Geist und frei;
Und unmerkliche Betörung
Macht die Liebe zur Verehrung,
Die Begier zur Schwärmerei.
 
Aufgezogen durch die Sonne,
Schwimmt im Hauch äther'scher Wonne
So das leichtste Wölkchen nie
Wie mein Herz in Ruh' und Freude.
Frei von Furcht, zu gross zum Neide,
Lieb' ich, ewig lieb' ich sie!

Drink, oh youth, joy's purest ray
From thy loved one's eyes all day,
And her image paint at night!
Better rule no lover knows,
Yet true rapture greater grows,
When far sever'd from her sight.

Powers eternal, distance, time,
Like the might of stars sublime,
Gently rock the blood to rest,
O'er my senses softness steals,
Yet my bosom lighter feels,
And I daily am more blest.

Though I can forget her ne'er,
Yet my mind is free from care,
I can calmly live and move;
Unperceived infatuation
Longing turns to adoration,
Turns to reverence my love.

Ne'er can cloud, however light,
Float in ether's regions bright,
When drawn upwards by the sun,
As my heart in rapturous calm.
Free from envy and alarm,
Ever love I her alone!

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