| MENSCHLICHES ELEND | THE MISERY OF MEN |
| Andreas Gryphius | trans. Michael Haldane |
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Was sind wir Menschen doch? Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen, Ein Ball des falschen Glücks, ein Irrlicht dieser Zeit, Ein Schauplatz herber Angst, besetzt mit scharfem Leid, Ein bald verschmelzter Schnee und abgebrannte Kerzen. Dies Leben fleucht davon wie ein Geschwätz und Scherzen. Die vor uns abgelegt des schwachen Leibes Kleid Und in das Totenbuch der großen Sterblichkeit Längst eingeschrieben sind, sind uns aus Sinn und Herzen Gleich wie ein eitel Traum leicht aus der Acht entfällt Und wie ein Strom verscheußt, den keine Macht aufhält So muss auch unser Nam’, Lob, Ehr’ und Ruhm verschwinden Was itzund Atem holt, muss mit der Luft entfliehen, Was nach uns kommen wird, wird uns ins Grab nachziehen. Was sag ich? Wir vergehen, wie Rauch von starken Winden. |
What are we men, in truth? A home to rabid smart, A ball for luck’s false hands, a lost, elusive light; A stage of bitter fear, where grief jags every part, A swiftly melted snow, and candles burned to night. This life flees from our grasp like gossip, easy jests. All those who have cast off these clothes of feeble clay, Their names long listed in the Book of Lifeless guests, Are feelings now forgot, remembrance fled away. Just as an empty dream slips lightly from our reck, And as a river spends its flow, a fall no force can check, So must our name and praise, our fame and honour fail. What fetches breath right now, must fade its airy load; Our every each descendant shall tread our gravebound road. The tenor of my words? We pass like smoke in a gale. |
Trans. copyright © Michael Haldane 2004